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Dachdämmung mit Schutzhandschuhen
©Welcomia via Canva.com

Dämmung - Teil 4 Vor- und Nachteile mineralischer Dämmstoffe

Mineralische Dämmstoffe zeichnen sich durch viele positive Eigenschaften aus, doch leider existieren auch gravierende Nachteile. Hier erfahren Sie, wo Sie welchen mineralischen Dämmstoff einsetzen können und worauf Sie bei der Verarbeitung unbedingt achten sollten.

Mineralische Dämmstoffe bestehen aus anorganischen Stoffen, die sowohl in der Natur vorkommen als auch künstlich hergestellt werden können. Dabei werden Rohstoffe wie zum Beispiel Stein, Sand oder Kalk verwendet, die für den Zweck der Dämmung entsprechend verarbeitet werden. Aus diesem Grund sind mineralische Dämmstoffe nicht brennbar und somit brandschutzkonform. Je nach verwendetem Dämmstoff kommen weitere Vor-, aber auch Nachteile hinzu.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die einzelnen mineralischen Dämmstoffe vor.

Blähton

Diese Dämmung wird durch schnelles Erhitzen von Tongranulat hergestellt, dabei vergrößert sich das Volumen der Blähtonkugeln. Diese eignen sich sowohl zur Schüttdämmung als auch zur Herstellung von Leichtbetonbauteilen. Die Dämmeigenschaften fallen allerdings eher mäßig aus, zudem können mit Blähton nicht immer alle gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Dafür ist Blähton diffusionsoffen und beständig gegen Feuchte und Frost und speichert außerdem Hitze und Feuchtigkeit. Er eignet sich somit als Hitzeschutz im Dachgeschoss und verfügt außerdem über gute Schallschutzeigenschaften.

Eigenschaften von Blähton

  • Wärmeleitfähigkeit: beträgt etwa 0,07 bis 0,16 W/(m K)
  • Dichte pro Kubikmeter: 300 - 700 Kg/m³
  • Baustoffklasse: A1 (nicht brennbar)
  • Preise: 50 Liter für knapp 18€ (Orientierungswert)

Vor- und Nachteile von Blähton

Guter Brand-, Schall-, Hitzeschutz, aber eine relativ schlechte Wärmedämmung.

Steinwolle

Steinwolle wird in Europa am häufigsten verwendet und ist vielfältig einsetzbar. Der Dämmstoff besteht aus einer Mischung von Materialien wie Feldspat, recycelten Formsteinen und Dolomit. Bei der Herstellung wird das Grundmaterial bei hohen Temperaturen geschmolzen. Mit Hilfe von Sieben und Bindemitteln werden aus flüssigem Stoff Fasern gewonnen. Bei dem Vorgang wird Luft in die Fasern geblasen, wodurch sich das Volumen deutlich vergrößert.

Steinwolle wird in verschiedenen Formen wie etwa Dämmmatten und Dämmplatten angeboten, aber auch lose zur Schüttdämmung eingesetzt. Allerdings rät das Ökologische Baustoffinformationssystem WECOBIS von der Nutzung als Einblasdämmung ab, da die Fasern - wie auch die der Glaswolle - als krebserregend gelten. Steinwolle lässt sich vielfältig bei der Dämmung von Dach und Decke einsetzen – allerdings nicht zur Wand- und Fassadendämmung.

Eigenschaften von Steinwolle
Wärmeleitfähigkeit: 0,035 - 0,050 W/(m K)
Dichte pro Kubikmeter: 15 - 80 Kg/m³
Baustoffklasse: A1 oder A2 (nicht brennbar)
Steinwolle Dämmung – Preise: ≈ 5 € - 21 € pro Quadratmeter (Orientierungswerte)

Vorteile und Nachteile von Steinwolle
Der Energieeinsatz bei der Produktion ist sehr hoch. Dafür sind die Dämmwerte gut und Steinwolle ist resistent gegen Fäulnis, Ungeziefer und Schimmel und günstig in der Anschaffung, aber teuer in der Entsorgung, da die nicht brennbare Steinwolle nicht recyclebar ist und auf die Deponie gebracht werden muss.

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Glaswolle

Glaswolle wird überwiegend aus Altglas hergestellt, es können aber auch Kalkstein oder Sand beigemischt werden. Dabei wird das Ausgangsmaterial geschmolzen und zu Fäden versponnen. Anschließend wird dem Vlies Bindemittel zugesetzt und es härtet aus. Aus dem fertiggestellten Produkt werden Matten oder Dämmplatten gefertigt.

Die Einsatzgebiete ähneln denen von Steinwolle, es gibt aber Ausnahmen:

Da Glaswolle nicht der Witterung ausgesetzt werden darf, ist sie nicht für die Außendämmung eines Daches, der Fassade oder eines Kellers nutzbar.

Eigenschaften von Glaswolle

  • Wärmeleitfähigkeit: 0,035 - 0,050 W/(m K)
  • Dichte pro Kubikmeter: 15 - 80 Kg/m³
  • Baustoffklasse: A1 oder A2 (nicht brennbar)
  • Preise: ≈ 5€ - 20€ (Orientierungswerte)

Vor- und Nachteile von Glaswolle

Glaswolle ist ein beliebter Dämmstoff und flexibel einsetzbar. Allerdings ist seine Herstellung sehr energieaufwendig. Außerdem gelten Mineralfaserabfälle, wozu auch Glaswolle bzw. Steinwolle und Mineralwolle zählen, laut Europäischem Abfallverzeichnis (EAV) als sogenannte „gefährliche Abfälle“. Glaswollstaub gilt als krebserregend und verursacht einen starken Juckreiz bei Hautkontakt.

Deswegen sollten bei der Verarbeitung und Entsorgung Schutzkleidung wie Mundschutz und Schutzbrille getragen werden. Glaswolle muss aufwändig und teuer auf einer Deponie entsorgt werden und kann nicht verbrannt werden.

Silikat

Silikatplatten werden zur Innendämmung von Räumen verwendet. Sie speichern gut Feuchtigkeit (bis zu 90 Prozent ihres Eigengewichts) und besitzen einen relativ hohen PH-Wert, wodurch sie die Bildung von Schimmel hemmen können. Die Platten bestehen aus mineralischen Bestandteilen wie Sand und Kalk und beispielsweise Zellulosefasern.

Die Silikatplatten können Sie zur Innendämmung von Außenwänden einsetzen.

Eigenschaften von Silikat
Wärmeleitfähigkeit: 0,065 W/(m K)
Dichte pro Kubikmeter: 300 Kg/m³
Baustoffklasse: A1, A2 (nicht brennbar, nicht brennbar mit geringen brennbaren Anteilen)
Preise: ≈ 75€ - 113€ pro m² (Orientierungswerte)

Vorteile und Nachteile von Silikat
Silikatplatten nehmen gut Feuchtigkeit auf und werden gerne an schimmelgefährdeten Stellen verbaut. Allerdings sind sie relativ teuer und ihre Dämmleistung liegt im mittleren Bereich.

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Perlite

Perlite Dämmungen werden zu den anorganischen, mineralischen und natürlichen Dämmstoffen gerechnet. Dieser Dämmstoff wird meist lose etwa als Schütt- oder Einblasdämmung verarbeitet, ist aber nach einer Behandlung mit einem Bindemittel wie Stärke, Zellulose- oder Mineralfasern als Dämmplatte erhältlich. Zur Imprägnierung werden auch Kunstharze oder Bitumen verwendet.

Perlite sind vulkanischen Ursprungs und somit ist der Nachschub des natürlichen Materials gesichert. Bei der Verarbeitung wird das vulkanische Glas kurz erhitzt und dehnt sich um ein Vielfaches aus. Perlit-Dämmstoffe lassen sich vielseitig einsetzen.

Eigenschaften von Perliten
Wärmeleitfähigkeit: 0,038 – 0,050 W/(m K)
Dichte pro Kubikmeter: 50 - 100 Kg/m³
Baustoffklasse: A2 (nicht brennbar mit leichten brennbaren Anteilen)
Preise: ≈ 20€ - 45€ pro m² (Orientierungswert)

Vorteile und Nachteile von Perliten
Blähperlite können Sie bei einer Außendämmung von Dächern einsetzen, wenn diese witterungsgeschützt sind. Dabei kommen die Perlite entweder unter der Dacheindeckung oder auch unter der Abdichtung zur Verwendung. Sie eignen sich außerdem zur Zwischen- und Untersparrendämmung, für die Dämmung der Oberseite der Bodenplatte oder für Raumdecken. Perlite bestehen aus einem unverrottbaren Material und sind resistent gegen Insektenbefall.

Allerdings ist eine Perlite-Dämmung empfindlich gegen Feuchtigkeit, wenn sie nicht behandelt wurde. Der Dämmstoff kann aber auch Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, wenn er entsprechend präpariert wurde.
Blähperlite entsprechen der Baustoffklasse A2 und sind nicht brennbar, mit geringem Anteil brennbarer Materialien. Ihre Dämmwirkung liegt allerdings nur im mittleren Bereich.

Schaumglas

Die Grundlage für Schaumglas bildet entweder recyceltes Glas oder Quarzsand. Diese werden zusammen mit anderen Stoffen in einem Schmelzverfahren zu Glas verarbeitet. Das Glas wird zermahlen und Kohlenstoff beigemischt, dabei wird das Glas aufgeschäumt und es entstehen Blöcke, diese werden anschließend zu Platten verarbeitet.

Schaumglas lässt sich alternativ auch aus Schotter produzieren. Allerdings ist der Energieverbrauch bei der Herstellung relativ hoch. Dafür lässt sich Schaumglas vielfältig einsetzen, etwa zur Außendämmung von Dächern oder zur Abdichtung, ebenso zur Dachdämmung unter den Sparren sowie zur Innendämmung von Zimmerdecken und der Bodenplatte.

Außerdem können Sie Schaumglas zur Dämmung von Wänden einsetzen:
· Außen: Hinter der Verkleidung und Abdichtung unter Putz
· Kerndämmung einer zweischaligen Außenmauer
· Innendämmung von Raumtrennwänden
· Außendämmung des Kellers mit Erdberührung
Es eignet sich allerdings nicht für Wände in Holzrahmen oder Holztafelbauweise oder bei Haustrennwänden, wenn sie dem Schallschutz dienen sollen.

Eigenschaften von Schaumglas
Wärmeleitfähigkeit: 0,040 - 0,060 W/(m K)
Dichte pro Kubikmeter: 100 - 165 Kg/m³
Baustoffklasse: A1 - A2 (nicht brennbar / geringe brennbare Anteile)
Preise: ≈ 40 € - 100 € pro m² (Orientierungswerte)

Vor- und Nachteile von Schaumglas
Schaumglas eignet sich gut zur Dämmung und ist außerdem wasserabweisend. Zudem hält es hohem Druck und Frost stand, fault nicht und ist schädlingsresistent. Allerdings ist es relativ teuer.

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