Viel Sonne in Deutschland: Positives erstes Halbjahr für Photovoltaikanlagen-Besitzer
07.07.2026: Die Wetterbedingungen im ersten Halbjahr 2026 boten für Betreiber von Photovoltaikanlagen zu Beginn ein wechselhaftes, insgesamt aber positives Bild. Während die ersten beiden Monate des Jahres noch weitgehend von den typischen Winterverhältnissen geprägt waren, entwickelte sich das Frühjahr zu einer außergewöhnlich sonnenreichen Phase. Besonders von März bis Juni lagen sowohl die Globalstrahlung als auch die Sonnenscheindauer in vielen Regionen deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten.
Für Besitzer einer Solaranlage sind solche Daten hilfreich, um die eigenen Stromerträge besser einordnen zu können. Wer eine Photovoltaikanlage plant, erhält zugleich einen realistischen Eindruck davon, welche Bedeutung die Monate zwischen Frühling und Frühsommer für den Jahresertrag haben. Dabei ist zwischen zwei Kennzahlen zu unterscheiden: Die Sonnenscheindauer beschreibt die Anzahl der Sonnenstunden, während die Globalstrahlung die tatsächlich verfügbare Sonnenenergie angibt, die Solarmodule in Strom umwandeln können.
Januar: Wintertypische Globalstrahlung trotz vieler Sonnenstunden
Der Januar 2026 entsprach bei der Globalstrahlung weitgehend dem langjährigen Durchschnitt. Deutschlandweit wurden im Mittel 26 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter gemessen. Damit lag der Monat nur geringfügig über dem Dezember und bewegte sich nahezu auf dem Niveau der Vergleichsperiode von 1981 bis 2020.
Regional zeigte sich erneut die bekannte Nord-Süd-Verteilung. Während im Alpenraum bis zu 58 kWh pro Quadratmeter erreicht wurden, registrierte der Deutsche Wetterdienst an der dänischen Grenze lediglich 13 Kilowattstunden pro Quadratmeter.
Interessant ist der Vergleich mit der Sonnenscheindauer. Deutschlandweit wurden im Januar rund 67 Sonnenstunden registriert und damit deutlich mehr als im vieljährigen Mittel von 48 Stunden. Für Photovoltaikanlagen führte dies dennoch nicht automatisch zu höheren Erträgen, da der niedrige Sonnenstand im Winter die verfügbare Solarenergie deutlich begrenzt.
Februar: Weniger Sonne als üblich
Im Februar verschlechterten sich die Bedingungen vielerorts. Die mittlere Globalstrahlung erreichte deutschlandweit 37 kWh pro Quadratmeter und entsprach damit zwar ungefähr dem langjährigen Mittel, regional fielen die Unterschiede jedoch deutlich aus.
Besonders im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Teilen Hessens blieb die Sonneneinstrahlung hinter den üblichen Werten zurück. Selbst der Alpenraum, der normalerweise die höchsten Einstrahlungswerte Deutschlands aufweist, verzeichnete ein vergleichsweise niedriges Ergebnis. Lediglich Teile Thüringens entwickelten sich positiver und erreichten höhere Werte als einige süddeutsche Regionen.
Auch die Sonnenscheindauer fiel unterdurchschnittlich aus. Mit rund 57 Sonnenstunden blieb der Februar deutlich hinter dem langjährigen Mittel von 72 Stunden zurück. Für viele Betreiber von Solaranlagen war dies der schwächste Monat des ersten Halbjahres.
März: Deutlicher Start in eine ertragreiche Saison
Mit Beginn des meteorologischen Frühlings änderte sich die Wetterlage grundlegend. Die deutschlandweite Globalstrahlung stieg auf durchschnittlich 98 Kilowattstunden pro Quadratmeter und lag damit mehr als 20 kWh über dem langjährigen Mittel.
Bemerkenswert war, dass nahezu das gesamte Bundesgebiet von der sonnigen Wetterlage profitierte. Selbst Norddeutschland, das im März üblicherweise geringere Einstrahlungswerte erreicht, registrierte deutlich höhere Werte als gewöhnlich. Besonders sonnig war es unter anderem im Breisgau, in der Rhön sowie in weiten Teilen Hessens, Thüringens, Sachsens und Baden-Württembergs.
Auch die Sonnenscheindauer machte den deutlichen Wetterumschwung sichtbar. Mit rund 195 Sonnenstunden wurde der langjährige Durchschnitt von 111 klar übertroffen. Für Photovoltaikanlagen markierte der März damit den Beginn einer beeindruckenden Solarsaison.
April: Einer der sonnigsten Ostermonate der vergangenen Jahre
Der April setzte den positiven Trend eindrucksvoll fort. Mit einer mittleren Globalstrahlung von 149 Kilowattstunden pro Quadratmeter lag der Monat rund 20 Prozent über den langjährigen Vergleichswerten. Sowohl die Minimal- als auch die Maximalwerte übertrafen die historischen Mittel deutlich.
Auffällig war außerdem die räumliche Verteilung. Regionen im Nordwesten Deutschlands, die üblicherweise zu den eher strahlungsärmeren Gebieten gehören, profitierten diesmal ebenfalls von außergewöhnlich viel Sonneneinstrahlung.
Passend dazu wurden deutschlandweit rund 245 Sonnenstunden gemessen. Im langjährigen Mittel sind es im April lediglich etwa 154 Stunden. Für Photovoltaikanlagen bedeutete dies in vielen Regionen überdurchschnittlich hohe Stromerträge.
Mai: Hohe Einstrahlung im gesamten Bundesgebiet
Auch der Mai verlief aus Sicht der Solarenergie sehr erfolgreich. Die mittlere Globalstrahlung erreichte 176 kWh pro Quadratmeter und lag damit rund elf Prozent über dem Durchschnitt der Vergleichszeiträume.
Besonders hohe Einstrahlungswerte wurden am Alpenrand, im Südosten Bayerns, in Teilen Sachsens sowie an der Nordseeküste registriert. Etwas geringere Werte verzeichneten dagegen Mittelgebirgslagen wie die Eifel, der Thüringer Wald oder der Schwarzwald.
Mit rund 254 Sonnenstunden wurde zudem der langjährige Durchschnitt von 202 deutlich überschritten. Da im Mai sowohl die Tage lang als auch die Temperaturen für Solarmodule meist günstig sind, zählt dieser Monat regelmäßig zu den wichtigsten in der Stromgewinnung einer Photovoltaikanlage.
Juni: Ungewöhnlich heiß und sonnig
Der Juni bildete den Höhepunkt des ersten Halbjahres. Deutschlandweit wurden durchschnittlich 248 Sonnenstunden registriert und damit deutlich mehr als im langjährigen Mittel von 203 Stunden. Verantwortlich waren vor allem lang anhaltende Hochdruckgebiete in der zweiten Monatshälfte, die neben viel Sonnenschein auch eine ausgeprägte Hitzewelle brachten.
Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni erreicht die Sonne ihren höchsten Stand über Deutschland. Entsprechend hoch ist grundsätzlich auch das Potenzial zur Stromerzeugung. Gleichzeitig können hohe Modultemperaturen den Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage leicht reduzieren. Dieser Effekt fällt jedoch meist deutlich geringer aus als der Gewinn durch die intensive Sonneneinstrahlung und die langen Tage.
Ein starkes Frühjahr für die Solarstromerzeugung
Das erste Halbjahr 2026 begann mit weitgehend durchschnittlichen Wintermonaten, entwickelte sich ab März jedoch zu einer außerordentlich sonnenreichen Periode. Während der Februar als einziger Monat sowohl bei der Sonnenscheindauer als auch regional bei der Globalstrahlung hinter den Erwartungen zurückblieb, sorgten März, April, Mai und Juni für hervorragende Bedingungen zur Stromerzeugung aus Photovoltaik.
Für Betreiber von Solaranlagen bedeutet dies, dass sich ein ertragsarmer Winter durch ein überdurchschnittlich sonniges Frühjahr häufig ausgleichen lässt. Wer die Erträge seiner Anlage bewertet oder eine Investition in Photovoltaik plant, sollte daher nicht einzelne Monate betrachten, sondern den gesamten Jahresverlauf. Das erste Halbjahr 2026 zeigt eindrucksvoll, welchen Einfluss eine anhaltend sonnige Frühjahrsperiode auf das spätere Gesamtergebnis der Stromproduktion haben kann.