Marktanalyse Wärmewende: Wärmepumpen ersetzen immer häufiger noch funktionierende Heizungen
16.07.2026: Wie entwickelt sich die Wärmewende tatsächlich im Gebäudebestand? Eine aktuelle Analyse des unabhängigen Vergleichsportals Waermepumpen-Angebotsvergleich.de gibt darauf Antworten. Grundlage der Untersuchung sind mehr als 50.000 ausgewertete Datensätze aus dem Jahr 2025. Die Ergebnisse zeigen, welche Heizsysteme Eigentümer beim Umstieg auf die Wärmepumpe ersetzen und dass die Modernisierung zunehmend strategisch erfolgt.
Die Analyse verdeutlicht: Viele Eigentümer warten nicht bis zum vollständigen Ausfall ihrer Anlage, sondern nutzen Modernisierungsfenster, um Energieeffizienz zu steigern, Betriebskosten langfristig zu reduzieren und ihre Immobilien zukunftsfähig aufzustellen.
Fossile Heizungen dominieren Weg zur Wärmepumpe
Die Auswertung der bisherigen Heizsysteme belegt, dass der Markt für Wärmepumpen im Bestand aktuell nahezu vollständig durch den Ersatz fossiler Anlagen geprägt wird. Gas- und Ölheizungen machen zusammen 86,98 Prozent der erfassten ersetzten Heizsysteme aus.
Mit einem Anteil von 57,63 Prozent ist die Gasheizung das mit Abstand am häufigsten ersetzte System. Die hohe Bedeutung erklärt sich vor allem durch die weite Verbreitung von Gasheizungen im deutschen Gebäudebestand. Gleichzeitig verändern steigende CO₂-Kosten, die langfristige Entwicklung fossiler Energieträger und die politischen Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung die Investitionsentscheidungen vieler Eigentümer.
Die Gasheizung bildet damit weiterhin den stärksten Hebel für die weitere Dekarbonisierung des Wärmemarktes. Besonders Eigentümer älterer Gebäude prüfen zunehmend Alternativen, wenn Anlagen in eine Phase kommen, in der eine Modernisierung wirtschaftlich sinnvoll erscheint.
Auf dem zweiten Platz folgen Ölheizungen mit einem Anteil von 29,35 Prozent. Diese Systeme sind besonders in älteren Immobilien und häufig im ländlichen Raum verbreitet. Der Umstieg auf eine Wärmepumpe bietet dort neben energetischen Vorteilen auch praktische Verbesserungen: Durch den Wegfall von Öltanks entstehen zusätzliche Flächen, die künftig anders genutzt werden können.
Pellet-, Holz- und Nachtspeicherheizungen bleiben Ausnahme
Andere Heiztechnologien haben im aktuellen Wärmepumpenmarkt eine deutlich geringere Bedeutung. Pellet- und Holzheizungen erreichen einen Anteil von 1,47 Prozent. Diese Systeme werden von vielen Eigentümern aufgrund ihrer erneuerbaren Brennstoffbasis weiterhin positiv bewertet oder befinden sich noch innerhalb ihrer technischen Nutzungsdauer. Ein Wechsel zur Wärmepumpe wird daher deutlich seltener angestrebt.
Auch Nachtspeicherheizungen machen mit 0,83 Prozent nur einen kleinen Anteil aus. Für die betroffenen Eigentümer kann eine Modernisierung jedoch besonders interessant sein, da diese Systeme häufig mit hohen Betriebskosten verbunden sind und eine Umstellung auf moderne Wärmetechnik deutliche Effizienzvorteile bieten kann.
Eigentümer modernisieren zunehmend vorausschauend
Die Altersstruktur der ersetzten Heizungsanlagen liefert wichtige Erkenntnisse über das Verhalten der Immobilienbesitzer. Die Daten zeigen, dass der Wechsel zur Wärmepumpe nicht ausschließlich durch akute Defekte ausgelöst wird. Stattdessen erfolgt die Modernisierung häufig geplant und vorausschauend.
Ein bedeutender Anteil der ersetzten Anlagen entfällt auf Heizungen mit einem Alter zwischen 11 und 20 Jahren. Sie machen 29,58 Prozent der ersetzten Anlagen aus. In dieser Phase erreichen viele Systeme einen Punkt, an dem Eigentümer eine Erneuerung bewusst vorbereiten. Ziel ist es, steigende Betriebskosten zu vermeiden und einen ungeplanten Ausfall während der Heizperiode zu verhindern.
Bemerkenswert ist der Anteil relativ junger Heizsysteme: 21,70 Prozent der ersetzten Anlagen waren höchstens zehn Jahre alt. Dieser Wert macht deutlich, dass nicht allein das Alter einer Heizung ausschlaggebend ist. Auch ökologische Überlegungen, staatliche Förderprogramme sowie die Kombination mit Photovoltaikanlagen und eigener Stromerzeugung spielen eine zunehmend maßgebliche Rolle.
Immer mehr Eigentümer betrachten die Wärmepumpe nicht nur als Ersatz für eine alte Heizung, sondern als Bestandteil eines umfassenden Energiekonzepts für ihre Immobilie.
Alte Heizungen bleiben ein großes Modernisierungspotenzial
Trotz der zunehmenden strategischen Modernisierung bleibt der Austausch sehr alter Heizsysteme ein zentraler Bestandteil der Wärmewende. Anlagen mit einer Betriebsdauer von mehr als 20 Jahren machen zusammen 48,47 Prozent der ersetzten Heizungen aus.
Davon sind 16,01 Prozent der Anlagen zwischen 21 und 25 Jahren alt. 16,91 Prozent liegen in der Altersklasse von 26 bis 30 Jahren und 15,55 Prozent haben eine Betriebsdauer von mehr als 30 Jahren.
Gerade bei besonders alten Anlagen steigt der Handlungsdruck zusätzlich durch gesetzliche Vorgaben. Für bestimmte Konstanttemperaturkessel gelten nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) Austauschpflichten, wenn sie ein bestimmtes Alter überschreiten. Dadurch wächst der Modernisierungsbedarf in diesem Segment weiter.
Wärmepumpe wird zum Schlüssel der Wärmewende im Gebäudebestand
Die Marktdaten aus dem Jahr 2025 zeigen einen strukturierten Transformationsprozess im deutschen Gebäudebestand. Die Wärmepumpe entwickelt sich nicht nur im Neuanlagenmarkt zur führenden Technologie, sondern gewinnt auch bei der Modernisierung bestehender Immobilien zunehmend an Bedeutung.
Der typische Wechsel zur Wärmepumpe erfolgt dabei nicht ausschließlich als Reaktion auf einen Defekt. Vielmehr treffen Eigentümer zunehmend bewusste Investitionsentscheidungen, um ihre Gebäude langfristig effizienter, unabhängiger und klimafreundlicher aufzustellen.
Die Ergebnisse der Analyse bestätigen damit den übergeordneten Trend des Wärmemarktes: Das stärkste Potenzial für die weitere Dekarbonisierung liegt weiterhin im Ersatz fossiler Heizsysteme – insbesondere von Gas- und Ölheizungen.
Getrieben wird diese Entwicklung durch mehrere Faktoren: gesetzliche Rahmenbedingungen, Förderprogramme, steigende Anforderungen an Energieeffizienz sowie die zunehmende Attraktivität von Photovoltaik und Eigenstromlösungen. Die Wärmepumpe etabliert sich damit als klimafreundliche Zukunftstechnologie für die Modernisierung des Gebäudebestands und als zentraler Baustein der Wärmewende.