IEA-Studie: Photovoltaik übertrifft 2026 erstmals die Windenergie
28.07.2026: Der weltweite Energiebedarf verändert sich rasant. Immer mehr Bereiche des täglichen Lebens und der Wirtschaft werden elektrifiziert – von der Mobilität über die Industrie bis hin zu digitalen Anwendungen. Dadurch steigt der Bedarf an zusätzlichem Strom kontinuierlich. Gleichzeitig verschiebt sich die Zusammensetzung der Stromerzeugung: Erneuerbare Energien übernehmen eine immer wichtigere Rolle und entwickeln sich zunehmend zur tragenden Säule der globalen Energieversorgung.
Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) wird sich dieser Trend laut Studie "Electricity Mid-Year Update" in den kommenden Jahren weiter verstärken. Die Nachfrage nach Elektrizität soll schneller wachsen als bisher, während gleichzeitig der Ausbau klimafreundlicher Erzeugungskapazitäten voranschreitet. Besonders die Photovoltaik profitiert von dieser Entwicklung und zählt weltweit zu den Technologien mit dem stärksten Wachstum.
Erneuerbare Energien übernehmen eine neue Führungsrolle
Die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen soll nach Prognosen der IEA bereits 2026 die Erzeugung aus Kohlekraftwerken übertreffen. Damit erreichen Wind, Sonne, Wasserkraft und andere erneuerbare Technologien einen weiteren Meilenstein im weltweiten Energiesystem.
Der Anteil erneuerbarer Energien an der globalen Stromerzeugung soll von rund einem Drittel im Jahr 2025 auf etwa 37 Prozent bis 2027 steigen. Maßgeblich verantwortlich für diesen Zuwachs ist vor allem die Solarenergie. Die Photovoltaik wächst schneller als viele andere Energieformen und verändert dadurch die Struktur der weltweiten Stromversorgung.
Die IEA rechnet damit, dass die Stromproduktion aus Solaranlagen im Jahr 2026 um ungefähr 600 Terawattstunden zunimmt. Damit erreicht die Photovoltaik erneut ein außergewöhnlich hohes Wachstumstempo. Bereits ab 2026 soll Solarstrom mehr elektrische Energie erzeugen als Windkraftanlagen und nach der Wasserkraft die zweitgrößte erneuerbare Stromquelle weltweit sein.
Steigender Stromverbrauch treibt den Ausbau der Photovoltaik
Der Ausbau erneuerbarer Energien erfolgt nicht nur aufgrund politischer Klimaziele. Ein treibender Faktor ist der weltweit steigende Strombedarf. Industrieunternehmen benötigen mehr Energie für Produktionsprozesse, Elektrofahrzeuge erhöhen den Bedarf an Ladeinfrastruktur und moderne Rechenzentren verbrauchen durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz immer mehr Strom.
Die IEA erwartet, dass der weltweite Stromverbrauch 2026 um 3,6 Prozent und 2027 nochmals um 3,8 Prozent wächst. Bis 2027 könnte der globale Elektrizitätsverbrauch rund 30.700 Terawattstunden erreichen.
Besonders dynamisch entwickelt sich die Nachfrage in globalen Wirtschaftsräumen. China verzeichnet durch industrielle Aktivitäten und den zunehmenden Einsatz von Elektrofahrzeugen einen erwarteten Anstieg des Strombedarfs von etwa 5,5 Prozent im Jahr 2026. Für Indien wird sogar ein Wachstum von rund sieben Prozent prognostiziert. Auch in Europa und den USA bleibt der Stromverbrauch auf Wachstumskurs.
Energiepreise verdeutlichen unabhängige Stromversorgung
Die Entwicklungen an den internationalen Energiemärkten zeigen gleichzeitig, wie stark Strompreise weiterhin von geopolitischen Ereignissen beeinflusst werden. In mehreren Ländern führte der teurere Brennstoff dazu, dass kurzfristig wieder verstärkt Kohlekraftwerke eingesetzt wurden.
Unterbrochene LNG-Lieferketten infolge internationaler Konflikte haben die Erdgaspreise vor allem in Europa und Asien deutlich steigen lassen. Besonders LNG-abhängige Märkte spürten die Auswirkungen: In der Europäischen Union und Japan lagen die durchschnittlichen Spotpreise für Strom im zweiten Quartal 2026 mehr als 30 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Trotz dieser Entwicklungen bleiben die Auswirkungen auf die globalen CO₂-Emissionen aus der Stromerzeugung begrenzt. Die IEA erwartet zwar für 2026 noch einen leichten Anstieg von rund einem Prozent, geht jedoch davon aus, dass die Emissionen 2027 stagnieren. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine steigende Stromproduktion aus Kernenergie tragen dazu bei, zusätzliche Emissionszuwächse zu vermeiden.
Gerade die Photovoltaik gewinnt dadurch zusätzliche Bedeutung. Eigene Stromerzeugung durch Solaranlagen ermöglicht Haushalten und Unternehmen, stärker unabhängig von schwankenden Energiepreisen zu werden.
Speicher entscheidend für die nächste Phase der Energiewende
Mit dem schnellen Wachstum von Solar- und Windenergie steigen jedoch auch die Anforderungen an die Stromnetze. Da erneuerbare Energiequellen wetterabhängig produzieren, entstehen zunehmend Situationen mit einem Überangebot an Strom oder besonders niedrigen Börsenpreisen.
Die IEA weist deshalb auf die wachsende Bedeutung von Flexibilität im Energiesystem hin. Batteriespeicher, intelligente Steuerungssysteme und flexible Verbrauchsmodelle werden künftig eine zentrale Rolle spielen. Sie helfen dabei, überschüssige Energie aufzunehmen und genau dann bereitzustellen, wenn sie benötigt wird.
Für die Energiewende bedeutet das: Der Ausbau von Erzeugungsanlagen allein reicht nicht aus. Ebenso essenziell ist eine Infrastruktur, die erneuerbaren Strom effizient speichern, verteilen und nutzen kann.
Photovoltaikmarkt bleibt langfristig auf Wachstumskurs
Die aktuellen Prognosen unterstreichen die strategische Bedeutung der Solarenergie. Der steigende Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmepumpen, Digitalisierung und Industrie sorgt dafür, dass zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten benötigt werden.
Für Anbieter von Photovoltaikanlagen ergeben sich dadurch wachsende Marktchancen. Solaranlagen werden zunehmend nicht nur als Beitrag zum Klimaschutz betrachtet, sondern als Möglichkeit, Energiekosten zu senken und die eigene Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Die Entwicklung der kommenden Jahre zeigt: Solarstrom wird weltweit zu einem zentralen Bestandteil der Energieversorgung. Die Photovoltaik steht dabei vor einer neuen Wachstumsphase und übernimmt eine immer tragendere Rolle im globalen Stromsystem.
Bild: KI-generiert