CO₂-Preis 2026: Warum Heizen künftig deutlich teurer wird

CO2-Preis ab 202628.11.2025: Die seit einigen Jahren geltende CO₂-Bepreisung für fossile Brennstoffe erreicht 2026 eine neue Stufe – und das hat spürbare Folgen für Haushalte, die weiterhin mit Gas oder Öl heizen. Die Abgabe soll klimaschädliche Emissionen reduzieren, führt jedoch dazu, dass Eigentümer und Mieter höhere Energiekosten schultern müssen. Besonders betroffen sind Gebäude, die energetisch wenig modernisiert wurden oder in denen ältere Heizsysteme betrieben werden.

Die politische Zielsetzung dahinter ist klar: Je höher die CO₂-Emissionen eines Gebäudes, desto stärker sollen fossile Brennstoffe finanziell belastet werden. Damit soll ein Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen gefördert werden. Doch bevor dieser Schritt gelingt, stellt sich vielen die Frage, wie sich die neuen Preissteigerungen konkret auf die Haushaltskosten auswirken.

Was ist die CO₂-Abgabe und wie funktioniert sie?

Die CO₂-Abgabe – allgemein als CO₂-Steuer bekannt – basiert auf dem Brennstoffemissionshandelsgesetz, das festlegt, wie viel pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid bezahlt werden muss. Finnland führte 1990 als erstes Land weltweit eine CO₂-Abgabe ein. Der Einstiegssatz lag mit rund 6,5 US-Dollar pro ausgestoßener Tonne noch niedrig, während Schweden und Norwegen bereits ein Jahr später deutlich höhere Preise festsetzten.

Deutschland hat 2021 einen eigenen CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe eingeführt. Er betrifft die Bereiche Wärme und Verkehr, die nicht unter das EU-Emissionshandelssystem fallen. Grundlage dafür war das Klimapaket aus dem Jahr 2019. Seitdem steigt die CO₂-Abgabe nahezu jährlich an. Ab 2026 bewegt sich der Preis in einem gesetzlich vorgegebenen Rahmen von bis zu 65 Euro pro Tonne. Ab 2028 soll der Preis nicht mehr staatlich fest definiert werden, sondern an einem Emissionsmarkt entstehen – mit offenem Ausgang nach oben.

Der Staat nutzt die Einnahmen, um klimafreundliche Technologien zu fördern. Dazu zählen Zuschüsse für Heizungstausch, energetische Sanierungsmaßnahmen oder Programme für erneuerbare Energien. Dennoch bleibt der finanzielle Druck für fossile Heizsysteme deutlich spürbar – und das soll auch so bleiben, denn nur so funktioniert der Anreiz zur Modernisierung.

Welche konkreten Auswirkungen hat die Erhöhung des CO2-Preise auf Gas- und Ölheizungen?

Schon 2025 liegt die Belastung durch die CO₂-Abgabe für Gas bei rund 1,19 Cent pro Kilowattstunde. Für Heizöl sind es mehr als 17 Cent pro Liter. Das summiert sich in typischen Einfamilienhäusern auf mehrere Hundert Euro pro Jahr. In Gebäuden mit hohem Verbrauch, beispielsweise unsanierten Häusern, steigt die Belastung weiter an.

Mit der Erhöhung auf bis zu 65 Euro pro Tonne verteuert sich ab 2026 die Nutzung fossiler Heizsysteme erneut. Bei Gas sind dann rund 1,4 bis 1,55 Cent pro Kilowattstunde fällig. Für Heizöl müssen Haushalte sogar über 20 Cent pro Liter einkalkulieren. In konkreten Zahlen bedeutet das für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von etwa 20.000 Kilowattstunden Gas jährliche Zusatzkosten von rund 260 bis 310 Euro. Bei Ölheizungen mit 2.000 Litern Jahresverbrauch werden Belastungen im Bereich von 350 bis über 400 Euro erwartet.

Wer trägt welchen Anteil der CO₂-Kosten?

Die Verteilung zwischen Vermietern und Mietern richtet sich nach dem energetischen Zustand des Gebäudes. Je schlechter die Dämmung, desto höher die Verantwortung des Vermieters. Bei sehr ineffizienten Häusern müssen Vermieter bis zu 95 Prozent der CO₂-Kosten übernehmen. In gut sanierten Objekten dagegen kann die Kostenlast vollständig auf die Mieter übergehen.

Diese Staffelung soll eine klare Botschaft senden: Eigentümer sollen motiviert werden, in Dämmung, moderne Heiztechnik und erneuerbare Energien zu investieren. Denn je geringer der Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß, desto niedriger die Kosten – sowohl für die Bewohner als auch für die Eigentümer.

Wie wird der CO₂-Ausstoß berechnet?

Für die Einstufung des Gebäudes wird der tatsächliche Brennstoffverbrauch herangezogen. Lieferanten müssen auf ihren Rechnungen den Energieverbrauch, die verursachten Emissionen sowie den jeweiligen Emissionsfaktor ausweisen. Vermieter nutzen diese Werte für die Heizkostenabrechnung und müssen sie für ihre Mieter transparent aufschlüsseln.

Gerade Mieter sollten diese Angaben sorgfältig prüfen, denn Fehler führen schnell zu ungerechtfertigten Mehrbelastungen. Wird die CO₂-Abgabe in der Abrechnung gar nicht aufgeführt, dürfen Mieter ihre Heizkosten pauschal um drei Prozent reduzieren. Dieses Recht dient als Schutz vor unvollständigen oder unklaren Abrechnungen.

Warum wird die Belastung durch den CO2-Preis in den kommenden Jahren weiter steigen?

2026 markiert keineswegs den Höhepunkt der CO₂-Bepreisung. Für 2028 ist geplant, die feste Preisbindung aufzugeben. Danach wird sich der Preis an der Börse aus Angebot und Nachfrage ergeben. Fachinstitute halten Werte um 120 Euro pro Tonne für realistisch – und ab 2030 könnten sogar CO₂-Preise jenseits der 150 Euro erreicht werden.

Diese Entwicklung bedeutet: Haushalte, die weiterhin auf fossile Heizsysteme setzen, müssen dauerhaft mit stark steigenden Heizkosten rechnen. Die CO₂-Abgabe wird dadurch zum wichtigsten Kostentreiber für Gas- und Ölheizungen.

Wie können Eigentümer steigende Energiekosten abfedern?

Der wirksamste Schritt, um die finanzielle Belastung zu reduzieren, ist eine Verbesserung des energetischen Standards des Hauses. Eine gute Dämmung, neue Fenster oder moderne Heiztechnik senken nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die CO₂-Kosten. Staatliche Förderprogramme unterstützen solche Maßnahmen finanziell.

Noch deutlicher wird die Ersparnis beim vollständigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Systeme wie Holzpellets, Solarthermie oder Wärmepumpen unterliegen der CO₂-Abgabe nicht. Wer sich für erneuerbare Energien entscheidet, schützt sich somit langfristig vor steigenden Preisen.

Wärmepumpe als nachhaltige und CO2-Preis-freie Alternative

Besonders attraktiv ist der Umstieg auf eine Wärmepumpe. Sie nutzt Umgebungsenergie aus Luft, Erde oder Wasser und benötigt deutlich weniger Strom, als sie an Heizleistung erzeugt. Da sie ohne fossile Brennstoffe auskommt, entfällt die CO₂-Steuer vollständig. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage sinken die Heizkosten zusätzlich erheblich.

Angesichts der wachsenden CO₂-Bepreisung, drohender weiterer Erhöhungen und steigender Energiekosten gilt die Wärmepumpe als langfristig sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung. Wer bereits jetzt auf ein erneuerbares Heizsystem umstellt, macht sich unabhängig von politischen Abgaben, reduziert seine Heizkosten nachhaltig und steigert gleichzeitig den Wert seines Gebäudes.

 

Bild: KI-generiert

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